Topographie der Typographie
typografie-debatte.de/a/w19ync
These
These: Lissitzky definiert Typografie als optische, räumliche und energetische Organisation von Inhalt: Buchstaben gestalten Begriffe, nicht bloß Worte; der Buchraum folgt den Spannungen des Gedankens und den Gesetzen typografischer Mechanik. Das gedruckte Buch wird als bioskopische, kontinuierliche Sehfolge begriffen und zugleich historisch überschritten — hin zu einer medial erweiterten »Elektrobibliothek«, in der Schrift-Gestaltung zur Konstruktion visueller Bedeutung wird.
Volltext · Public Domain
1. Die Wörter des gedruckten Bogens werden abgesehen, nicht abgehört.
2. Durch konventionelle Worte teilt man Begriffe mit, durch Buchstaben soll der Begriff gestaltet werden.
3. Oeconomie des Ausdrucks — Optik anstatt Phonetik.
4. Die Gestaltung des Buchraumes durch das Material des Satzes nach den Gesetzen der typographischen Mechanik muß den Zug- und Druckspannungen des Inhaltes entsprechen.
5. Die Gestaltung des Buchraumes durch das Material der Klischees, die die neue Optik realisieren. Die supernaturalistische Realität des vervollkommneten Auges.
6. Die kontinuierliche Seitenfolge — das bioskopische Buch.
7. Das neue Buch fordert den neuen Schrift-Steller. Tintenfaß und Gänsekiel sind tot.
8. Der gedruckte Bogen überwindet Raum und Zeit. Der gedruckte Bogen, die Unendlichkeit der Bücher, muß überwunden werden. Die Elektrobibliothek.
Bezüge in der Debatte
Autoren
Daten & Fakten
- Erschienen
- 1923 Juli
- Position
- Pro Neue Typografie
- Public Domain
- ● Gemeinfrei seit 2011
- Volltext
- Sichtbar (PD)
Zeitleiste